Hintergrund und Philosophie

In meinen Lehrveranstaltungen befassen wir uns mit ästhetischen, künstlerischen und erzählerischen Hintergründen, die bei der mensch-zentrierten Konzeption von Multimedia-Projekten berücksichtigt werden müssen, um Botschaften mit maximalem Wirkungsgrad an die Zielgruppe zu übermitteln.

Ich möchte nicht einfach nur einen Software-Crashkurs durchführen, sondern das Bewußtsein für gestalterische Fragestellungen und Sichtweisen fördern. Schließlich gehört auch die Medienkompetenz zum Katalog von Fähigkeiten, die in unserer Gesellschaft stetig an Wichtigkeit gewinnen, erwartet werden und nötig sind, um sich kritisch mit der Flut von Medienprodukten auseinandersetzen zu können.

Um flexibel auf die schnelllebige Softwarewelt eingehen zu können und um die Halbwertszeit des gelernten zu erhöhen, versuche ich Inhalte weitestgehend technologieneutral bzw. -übergreifend zu vermitteln. Der praktische Unterricht wird zwar mit Blender 3D (früher auch 3ds max 9) durchgeführt, doch lassen sich die angeeigneten Grundlagen auch leicht auf andere 3D-Werkzeuge übertragen.

Lehrveranstaltung “Einführung in die 3D-Gestaltung”

Studentenarbeiten 3D-Gestaltung

Beispiele betreuter studentischer Arbeiten

Meine Lehrtätigkeit begann 2007 mit einem Lehrauftrag für 3D-Gestaltung im Multimedia-Bachelorstudiengang an der FH Augsburg. Im Rahmen meiner Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Augsburg habe ich diese Veranstaltung weiter geführt, wobei die Inhalte hinsichtlich geringerer gestalterischer Vorkenntnisse angepasst wurden.

Die Veranstaltung umfasst vier Semesterwochenstunden (180 Minuten), die aus einem theoretischen Vorlesungsteil, einem Softwareworkshop und einer selbsttändig durchzuführenden Studienarbeit inkl. Präsention der Ergebnisse besteht. Aufgrund des erwarteten Leistungsumfangs und der Komplixität der Materie, entstehen die fertigen Animationsfilme häufig in Gruppenarbeiten von 2-3 Teilnehmern.

Inhaltlich soll ein grundsätzliches künstlerisch-gestalterisches Bewußtsein gefördert werden. Hierfür werden sowohl Sichtweisen aus dem künstlichen Bereich als auch technische Aspekte der Umsetzung vorgestellt und anhand individueller Animationsfilme umgesetzt.

Aus dem Inhalt:

  • Gestaltungsprinzipien und künstlerische Denkansätze
  • Entwicklung von Handlungsablauf und Dramaturgie
  • Konzipieren mit dem Storyboard
  • Modellieren von virtuellen 3D-Körpern
  • Oberflächenerscheinungen mit Texturen und Materialien gestalten
  • Aufbau dramaturgischer Beleuchtungsmodelle und Schattenwurf
  • Regiearbeit mit Kamera und Perspektivenwahl
  • Bewegungen dynamisch animieren
  • Umgang mit Landschaften und weitläufigen Regionen
  • Spezialsysteme und Partikel effizient nutzen

Lehrveranstaltung “Character-Design”

Studentenarbeiten  Character-Design

Beispiele betreuter studentischer Arbeiten

Die Veranstaltung “Character-Design” biete ich seit 2010 als Fortsetzungs- und Viertiefungsfach der 3D-Einführungsveranstaltung an.

Die Veranstaltung umfasst nur zwei Semesterwochenstunden (90 Minuten), folgt aber ebenfalls dem Aufbau Theorie + Workshop + Semesterarbeit. Aufgrund des geringeren Umfangs und weil sich die Studenten hier auf eine Studie einer einzelnen Figur konzentrieren, entstehen hier Einzelarbeiten.

Inhaltlich sollen auch in dieser Veranstaltung Gestaltungsmittel nicht willkürlich, sondern als Kommunikationsmedium gezielt eingesetzt werden. Entsprechend wird zunächst eine Hintergrundgeschichte und fiktive Persönlichkeit entwickelt, die sich in der folgenden Umsetzung in den verschiedenen Komponenten der virtuellen Figur widerspiegeln.

Aus dem Inhalt:

  • Entwerfen einer Persönlichkeit
  • Designüberlegungen auf Grundlage des Schicksals des Characters
  • Visuelles Design unter Berücksichtigung von Symbolen und Aussagen
  • Grafischer Entwurf und Umsetzung des Modells mit Blender 3D
  • Situations- / stimmungsabhängige Animationsclips
  • Finden von ausdrucksstarken Bewegungen und visueller Aussagekraft
  • Unterstreichen von Emotionen und Handlungselementen
  • Vertiefung praktischer und theoretischer Methoden von 3D-Grafik und Animation

Betreuung von Projektarbeiten und studentischen Hilfskräften

Neben der Durchführung von mehrteiligen Kursen mit bis zu 20 Teilnehmern, biete ich auch die Betreuung individueller Einzelarbeiten an. Je nach formalem Arbeitstypus werden von den Studenten während des Studiums mehrere Projektarbeiten mit einem jeweiligen Arbeitsumfang von bis zu 300 Stunden erwartet.

Die Arbeiten umfassen üblicherweise einen praktischen Teil sowie eine schriftliche Dokumentation der Leistung. Inhaltlich betreue ich vorwiegend Projekte, die sich meiner Qualifikation entsprechend mit der Kombination von gestalterisch-ästhetischen Aspekten und Technologie befassen.

Eine Besonderheit stellt die Betreuung eines Austauschstudenten aus Nordamerika und Kanada dar. Organisiert durch das RISE-Stipendienprogramm des DAAD haben Bachelorstudenten nordamerikanischer Universitäten die Möglichkeit ein zehnwöchiges Praktikum bei einem Doktoranden einer deutschen Universität zu absolvieren. Ich habe 2011 und 2012 eine entsprechende Stelle im Kontext meiner Themenreihe Visual Adaption angeboten und jeweils einen hervorragenden Studenten betreuen dürfen.

Beispiele betreuter Themen:

  • Stereoskopie und Headtracking zur Erhöhung der Glaubhaftigkeit virtueller Objekte
  • Verbesserung des Arbeitsflusses zwischen Blender, Shadern und Horde
  • Filmische Dokumentation der Lehrstuhlprojekte (Konzeptausarbeitung, Realfilm-Aufnahme und Nachbearbeitung)

Betreuung von Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten

Neben Projektarbeiten betreue ich auch individuelle Abschlußarbeiten wie Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten, die sich inhaltlich in meinem Forschungsbereich bewegen.

Beispiele betreuter Themen:

  • Diplom-/Bachelorarbeiten
    • Untersuchung der Wirkung stereoskopischer Effekte am Beispiel eines 3D-Animationsfilms
    • Charakteranimation dreier verschiedener Persönlichkeitstypen anhand eines Kurzfilms
    • Entwurf und Prototypisierung eines musikalisch gesteuerten Flash-Spiels zum Erlernen von Melodien
    • Cinematische Techniken als narrative Gestaltungselemente in Computerspielen
    • Entwicklung eines Toolkits für visuelle Konzepte (Flex/ActionScript)
    • Aufbau einer virtuellen Kunstausstellung mit interaktiven Elementen
    • Grafische Anpassung virtueller Charaktere in interaktiven Echtzeitanwendungen
    • Musikbasierte Charakter-Animation
    • Motorikschulung mittels Kinect
  • Masterarbeiten
    • Gestenbasierte Interaktion per Datenhandschuh
    • Training von musikalischen Fähigkeiten auf Tablet-Geräten

Weiterführende Informationen